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Donnerstag, 09. Sep 10 08:44
Schwule verboten - Abtreibungs-Gegner willkommen

Küssende Männer bleiben am bevorstehenden Super-Bowl-Sonntag, dem Finale der amerikanischen Football-Liga, tabu. Ein Spot von Abtreibungsgegnern wird hingegen US-weit über die Bildschirme der Fernseher flimmern.
Die Entscheidung des Sender CBS, den Werbespot einer Partneragentur für schwule Männer aus der Übertragung des Finales der Profi-Football-Liga zu verbannen, den der christlichen Familienorganisation jedoch zu erlauben, hat eine heftige Diskussion in den USA ausgelöst.Das renommierte Wirtschaftsblatt „Wall Street Journal“ zitierte den Präsidenten der amerikanischen Schwulen- und Lesben-Vereinigung (GLAAD), Jarrett Barrios, am Mittwoch mit den Worten: „Der Sender sollte der Öffentlichkeit erklären, was bei ihm vorgeht, denn dies sieht sehr nach Doppelmoral aus.“ CBS hatte seine Entscheidung dem Blatt zufolge damit verteidigt, dass „diese Art von Kreativität nicht die Maßstäbe des Senders für den Super-Bowl-Sonntag einhält“.
Die Domain-Seite „GoDaddy.com“ hatte mit dem – erfundenen – Football-Profi Larry Jones werben wollen. Statt nach dem harten Training Steaks zu essen und Bier zu trinken, nenne Larry sich jetzt Lola und entwerfe Damenunterwäsche. Zu sehen ist ein großer Schwarzer, erst in der Football-Kluft, dann in rosa Rüschen, der übertrieben feminin seine Kollektion anpreist. Nur durch das Internet sei er erfolgreich. Beim „mancrunch.com“-Spot kommen sich zwei schreiende Football-Fans beim Griff in die Chips-Schale näher. Sekunden später liegen sich die Männer heftig küssend in den Armen - während dem dritten fast die Chips aus der Hand fallen.
Die von CBS zugelassene Werbung von „focusonthefamily.com“, einer Gruppe konservativer Christen, lässt eine Frau zu Wort kommen, der vor 23 Jahren wegen einer Amöbenerkrankung die Abtreibung empfohlen worden war. Sie habe sich dagegen entschieden, das bald darauf geborene Kind ist der heutige Football-Star Tim Tebow. Kritiker, vor allem Frauenverbände, werfen CBS und dem Spot Sexismus vor. Frauen würden unter Druck gesetzt, nicht abzutreiben. Der Medienexperte Bob Garfield sieht bei allen Spots eine ganz andere Wirkung: „Sie alle bekommen durch die Debatte mehr Aufmerksamkeit, als sie je hätten bezahlen können – und die abgelehnten auch noch kostenlos.“
Eine Entscheidung des Senders CBS spaltet derzeit die USA: Bei der Übertragung des Football-Finales will CBS den Werbespot einer Partneragentur für schwule Männer verbieten, den einer Gruppe von Abtreibungs-Gegnern aber zulassen.
Eine Entscheidung des Senders CBS spaltet derzeit die USA: Bei der Übertragung des Football-Finales will CBS den Werbespot einer Partneragentur für schwule Männer verbieten, den einer Gruppe von Abtreibungs-Gegnern aber zulassen.
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